2   N A M E N S F O R S C H U N G

D  R  A  H  E  I  M     i n     P o m m e r n       Starostei    D r a h e i m

Der Ort  D r a h e i m,  ehemals zur Neumark gehörend, später zu Pommern,
Kreis Neustettin, war Anlass zu dem Versuch, nach einem konkreten Namensgeber
und der Entstehung des Namens zu forschen.

Der Familienname  D r a h e i m  ist nach allgemeiner wissenschaftlicher Auffassung ein Herkunftsname. Dabei handelt es sich um Namen, die ein -dorf, -heim, -stedt usw. enthalten. Es ist wahrscheinlich, dass sich zu Beginn der Besiedlung der Name des kleinen Flusses Drage, der den Dratzigsee über eine schmale Landzunge mit dem unmittelbar benachbarten Sarebensee verbindet, über mehrere Entwicklungsvarianten als schließlich Draheim für die spätere Befestigung entwickelt hat. Auf dieser strategisch günstigen schmalen Landzunge errichteten Eroberer/Siedler eine Grenzbefestigung, die sich später bis zu einer schlossähnlichen Burganlage entwickelte.
Jedenfalls finden sich in den zur Verfügung stehenden Forschungsquellen keine Hinweise auf eine konkrete Person als Namensgeber für die Burg, den Ort und das Land Draheim. Vielmehr wird sich aus dem Gewässernamen der Name der Landschaft und dann der Name des Ortes und der Befestigung entwickelt haben. Von Draheim auswandernde Personen werden sich dann mit der Zeit den Namen ihrer Herkunft zugelegt haben um sich von den aus anderen Gegenden zum gemeinsamen neuen Siedlungsraum zugewanderten Personen abzugrenzen bzw zu unterscheiden.

Zur Herkunft des Namens Draheim sind Veröffentlichungen von Dr. Hermann Oesterley, Reinhold Trautmann, Prof. Dr. Jürgen Udolph und Dr. Sophie Wauer ausgewertet.
Dr. Christoph Motsch stellte in der im Jahre 2000 überarbeiteten Fassung seiner Dissertation von 1996, mit dem Titel "Grenzgesellschaft und frühmoderner Staat", Göttingen 2001, ISBN 3-525-35634-X, eine umfassende Untersuchung der Geschichte der Starostei Draheim zwischen 1575 bis 1805 vor. In ihr erscheinen auch einige Besitzer von Bauerhhofstellen in Neuwuhrow namens Draheim. Link 9: Bibliographie,  Positionen A./22., B./01., B./17., B./18., B./19.

Geschichtlich dokumentiert ist der Name Draheim als Starostei Draheim in Pommern seit dem 15. Jahrhundert. Das Gebiet und die Burg/das Schloss liegt nahe der Stadt Tempelburg, südwestlich des ehemaligen Kreises Neustettin. Dieses Gebiet mit einer Größe von etwa 48.000 ha (480 km²) umfasste den Burg-Schloßbereich Draheim mit dem angeschlossenen Gutshof Adlig Draheim, die unmittelbar benachbarten Dörfer Alt Draheim und Neu Draheim, die Stadt Tempelburg und weitere etwa 16 Dörfer und 20 Gutshofbereiche und kleinere Ansiedlungen mit etwa 10.000 Einwohner im Jahre 1925.
Die Besitzverhältnisse des Landes Draheim wechselten im Verlauf der Entwicklung. Die Starostei Draheim kam 1668 durch Schuldentilgung von Polen an Brandenburg. Die mehrere Jahre andauernden Übergabeverhandlungen sind unfangreich im Preußischen Geheimen Staatsarchiv PK in Berlin-Dahlem dokumentiert. Nach der ersten Teilung Polens 1772 verlor Draheim seine strategische Bedeutung als Grenzfeste, wurde privatisiert und verfiel. 1927 verkaufte der Kreis Neustettin die Ruine für 150 RM an Preußen. 

Die Archivalien wurden durchgesehen und, soweit für diese Zwecke interessant, abgeschrieben oder kopiert, transkribiert und übersetzt.

Links:

  1. Burg Draheim 2 Graphiken von 1667 und 1670, 203 KB
  2. Starostei Draheim, Landkarte von 1711, 343 KB
  3. Land und Kommende Tempelburg, Landkarte von 1933, 1,63 MB
  4. Deduction von Hofgerichts Directoris von Dreyer vom 04.07.1746, 53 KB
  5. Burgruine 2 Fotos von ~ 1930 und 1978, 297 KB
  6. Geschichtliche Darstellung des Landes Draheim, 96 KB
  7. Series & Examen 1668, Übersetzung einer lateinischen Drucksache zum Besitzanspruch des Großen Kurfürsten von Brandenburg an das Land Draheim, 37 KB
  8. Nachlass Dr. Prettin, bis 1945 Arzt in Tempelburg, 44 KB
  9. Findbuch I.HA. Geheimer Rat, Repositur 4 Starostei Draheim, Repositur 5 Grenzirrungen der Neumark gegen Polen im Preußischen Geheimen Staatsarchiv PK, Berlin, 96 KB
  10. Bibliographie, 69 KB
 
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  Stand: März 2009

Horst Draheim